Mineralstoffe für Hunde und Katze richtig verstehen
Mineralstoffe sind für Hunde und Katzen lebenswichtig. Sie sorgen für stabile Knochen, unterstützen Muskeln und Nerven und spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem.
Doch viele Tierhalter unterschätzen einen entscheidenden Punkt:
👉 Es kommt nicht nur darauf an, was gefüttert wird, sondern vor allem wie viel und in welchem Verhältnis.
Gerade bei selbst zusammengestellten Rationen oder auch bei der Auswahl von Fertigfutter passieren hier häufig Fehler.
Warum Mineralstoffe so wichtig sind
Mineralstoffe übernehmen viele lebenswichtige Aufgaben:
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stabiler Skelettaufbau
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wichtig für Knochen und Zahnbildung
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gesunde Muskelfunktion
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starke Nerven
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funktionierendes Immunsystem
👉 Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern vor allem das richtige Verhältnis der Mineralstoffe.
Häufige Fehler in der Fütterung
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unausgewogene BARF-Rationen, oft wird einfach Fertig-BARF genommen
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zu viel Fleisch ohne Kalzium-Ausgleich
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falsche oder unnötige Nahrungsergänzungen
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fehlende Berechnung der Nährstoffe
- blindes Vertrauen in die Futtermittelindustrie
- Ergänzungs- und Einzelfuttermittel werden ohne Mineralstoff- und Vitaminergänzungen gefüttert
👉 Gut gemeint ist oft nicht gut gemacht.
Kalzium (Ca) und Phosphor (Ph)– ein sensibles Duo
Ein wichtiges Beispiel ist das Verhältnis von Kalzium und Phosphor.
Diese beiden Mineralstoffe arbeiten eng zusammen im Knochenstoffwechsel und sollten im Verhältnis von etwa 1,3 bis 1,6 Teilen Kalzium zu 1 Teil Phosphor gefüttert werden.
In der Praxis sieht es jedoch oft anders aus:
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Viele Hunde bekommen zu viel Phosphor
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und gleichzeitig zu wenig Kalzium
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es wird kaum/nicht darauf geachtet, dass Vit.D dazu geliefert werden muss.
Der Grund dafür ist einfach:
Fleisch und Getreide enthalten viel Phosphor, aber nur wenig Kalzium.
Fehlen dann kalziumreiche Komponenten wie Knochen, Knochenmehl oder passende Ergänzungen, gerät das Gleichgewicht schnell durcheinander.
Zwar kann der Körper kleinere Abweichungen ausgleichen – auf Dauer kann eine falsche Fütterung jedoch den Stoffwechsel belasten.
Aber auch bei Fertigfutter lohnt sich ein genauer Blick: Manche Produkte enthalten sehr hohe Kalziumwerte. Und beim BARF wird das Verhältnis oft gar nicht oder falsch berechnet.
Hund vs. Katze – der kleine, aber entscheidende Unterschied
🐶 Beim Hund
Hunde sind relativ anpassungsfähig. Ihr Stoffwechsel kann kleinere Schwankungen oft ausgleichen.
Langfristig kann das aber zu gesundheitlichen Problemen führen.
🐱 Bei der Katze – noch genauer hinschauen
Auch bei Katzen sind Mineralstoffe lebenswichtig. Sie unterstützen Knochen, Muskeln, Nerven und das Immunsystem – genau wie beim Hund.
Der Unterschied: Katzen reagieren deutlich empfindlicher auf Fehler in der Fütterung.
Warum?
Katzen sind strikte Fleischfresser. Ihr gesamter Stoffwechsel ist darauf ausgelegt, Nährstoffe aus tierischen Quellen zu beziehen.
Das bedeutet:
👉 Selbst kleine Ungleichgewichte können schneller Auswirkungen haben
👉Ein Ungleichgewicht kann die Bildung von Harnsteinen begünstigen, vor allem:
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Struvitsteine (häufig bei zu hohem Magnesium und ungünstigem pH-Wert)
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Calciumoxalatsteine (u. a. beeinflusst durch Calcium- und Oxalsäurehaushalt)
Wenn Mineralstoffe blockiert werden
Neben dem richtigen Verhältnis gibt es Nährstoffe, die die Aufnahme von Mineralstoffe im Körper hemmen.
Phytinsäure
Sie kommt vor allem in Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen vor.
Phytinsäure kann Mineralstoffe wie Eisen und Zink binden, sodass sie schlechter aufgenommen werden.
In kleinen Mengen ist das meist unproblematisch – bei einem hohen Getreideanteil, besonders bei Vollkornprodukten, sollte man jedoch genauer hinschauen.
Oxalsäure
Oxalsäure beeinflusst vor allem die Aufnahme von Kalzium, Magnesium und Eisen.
Sie steckt unter anderem in:
Spinat, Rhabarber, Mangold, Roter Bete
Diese Lebensmittel sollten Hunde nicht regelmäßig bekommen. Zusätzlich kann Oxalsäure die Bildung von Harnsteinen fördern.
👉 Gut zu wissen: Durch Kochen lässt sich der Gehalt reduzieren – wichtig ist, das Kochwasser anschließend wegzuschütten.
Bei Katzen ist das weniger relevant, aber nicht egal
Da Katzen in der Regel wenig pflanzliche Bestandteile bekommen, spielt die Phytinsäure eine geringere Rolle.
Oxalsäurehaltige Lebensmittel sollten dennoch – wenn überhaupt – nur in sehr kleinen Mengen gefüttert werden.
Fazit: Präzision statt „Pi mal Daumen“
Mineralstoffe sind lebensnotwendig und müssen über die Nahrung aufgenommen werden.
Damit der Körper sie nutzen kann, müssen sie in gelöster Form (als Salze) vorliegen. In reiner Gesteinsform sind sie nicht verfügbar.
Sie sind hitzestabil, können beim Kochen jedoch ins Wasser übergehen.
Die Aufnahme hängt vom Bedarf, der Darmgesundheit und dem Zusammenspiel mit anderen Mineralstoffen ab.
Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Versorgung ist daher entscheidend.
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